Mit Nadel und Faden gegen das Schweigen: Landfrauen setzen starkes Zeichen für Solidarität
Aus einer Idee wurde eine Bewegung: Über 160 handgefertigte Decken, zahlreiche engagierte Frauen und eine klare Botschaft gegen Gewalt – das Projekt der Landfrauen verbindet Kreativität mit gesellschaftlichem Einsatz und macht Solidarität sichtbar.
Mit großer Freude und berechtigtem Stolz endet das Projekt „Nadel und Faden gegen das Schweigen“, das eindrucksvoll gezeigt hat, wie viel Kraft in gemeinschaftlichem Engagement steckt. Seinen Ursprung nahm die Initiative beim Verbandstag 2025 in Löcknitz, als die damalige Landesvorsitzende Dr. Heike Müller eine Idee aus London aufgriff: Menschen, die sich nicht kennen, kommen zusammen, um Decken für Bedürftige zu fertigen. Inspiriert von aktuellen Diskussionen zur Situation und Finanzierung von Frauenhäusern entstand daraus der Entschluss, auch im eigenen Land ein sichtbares Zeichen der Solidarität für Frauen und Kinder in Schutzhäusern zu setzen.
Die Begeisterung unter den Landfrauen war sofort spürbar. Schnell einigte man sich auf ein gemeinsames Konzept: bunte, 20 × 20 Zentimeter große Quadrate, die zu Decken zusammengefügt werden. Bereits im Sommer begannen erste Gruppen mit der Umsetzung, der offizielle Auftakt folgte im September im Rahmen der MELA und wurde von einem NDR-TV-Team begleitet.
In der Folge entwickelte sich eine beeindruckende Dynamik weit über die Mitglieder der Landfrauenvereine hinaus. Zahlreiche weitere Handarbeitsbegeisterte schlossen sich an, und in vielen Regionen entstanden kreative Gruppen, die nicht nur gemeinsam nähten und häkelten, sondern sich auch intensiv über Themen wie Gewalt gegen Frauen und Mädchen und notwendige gesellschaftliche Veränderungen austauschten.
Bis zum März entstanden auf diese Weise über 160 farbenfrohe Decken, die rund um den Internationalen Frauentag an Frauenhäuser, soziale Einrichtungen und weitere Institutionen übergeben wurden. Ein wichtiges Signal war die symbolische Übergabe einer Decke durch die Landesvorsitzende Claudia Nielsen an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, verbunden mit einem Forderungskatalog zur Verbesserung der Situation in Frauenhäusern. Dieser wird in einem weiteren Gespräch mit der Ministerin für Justiz und Gleichstellung, Jacqueline Bernhardt, vertieft.
Die Decken bleiben bewusst in den Regionen, in denen sie entstanden sind – als sichtbares Zeichen von Zusammenhalt, Mitgefühl und Verantwortung. Das Projekt hat nicht nur wunderbare Handarbeiten hervorgebracht, sondern vor allem eine starke Botschaft in die Gesellschaft getragen und die vielfältige Arbeit der Landfrauen eindrucksvoll sichtbar gemacht. Allen Beteiligten gilt ein herzlicher Dank für ihr Engagement, ihre Kreativität und ihre klare Haltung gegen das Schweigen.
„Nadel und Faden gegen das Schweigen“ endet als Projekt – aber seine Botschaft wirkt weiter.





